Die Zuckertüte

Heute habe ich einen interessanten Artikel über Schul- und Zuckertüten gelesen, was insofern ganz spannend war, als dass wir am Samstag bei der Einschulung von Neffe Nummer eins im Zuckertütenland Nummer eins, also in Sachsen waren. Bei uns ist die Einschulung ja durchaus auch ein wichtiger Tag. Es gibt einen Gottesdienst, eine orange Kappe und eine erste Schulstunde. Und es gibt, so war es zumindest bei mir, EINE Schultüte mit ein paar Süßigkeiten, Schulzeugs und Büchern. Ich bin vielleicht ein etwas schlechter Vergleich, habe ich doch meine Schultüte im Auto ausgepackt, als wir meine Mama wieder ins Krankenhaus gebracht haben. Sie hatte für zwei Stunden „frei“ bekommen und ist dann wieder zu meinen 4 Tage alten Schwestern zurück. Ich hab also sozusagen zum Schulanfang Zwillingsschwestern bekommen 😉

Im Osten, speziell aber in Sachsen (wie ich eben heute im Wirtschaftsteil der SZ gelesen habe), ist die Einschulung ein“very big deal“. Es gibt ganz viele (sechseckige) Zuckertüten von allen Verwandten und die größte wird dem ABC-Schützen feierlich in der Aula überreicht. Danach folgt ein Familienfest, das durchaus die Ausmaße einer kleinen Konfirmation annehmen kann. Mir wird an solchen Tagen einfach immer klar, dass zwischen Baden-Württemberg und Sachsen zwar keine Mauer mehr steht (zum Glück, sonst wäre ich jetzt nicht mit meinem Mann verheiratet), aber dass es doch regional bedingt sehr große Unterschiede bei manchen Traditionen gibt.Ich finde das richtig super, macht das Leben viel interessanter. Und einen großen Spaß hatte ich auch am Sonntag, als wir die Grundschulhefte meines Mannes von 1986 (DDR!!) angeschaut haben. Ich glaube, das erste Wort, dass die Kids dort orthografisch korrekt schreiben konnten, war „Pionier“. Bei uns war es Uta und Ali, wenn ich mich recht entsinne. Ach ja, die Grundschulzeit, die war schon schön.

Das bin ich übrigens am ersten Schultag in der Kirche (20.8.1988), man beachte die schönen Kniestrümpfe:

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3 Antworten zu Die Zuckertüte

  1. S. schreibt:

    I ❤ Dein Outfit!
    Meine Schultüte war knallpink (hatte man so in den 80ern), sehr apart zu dieser unsäglichen neon-orangen Mütze. Uiuiui.
    In der Schultüte waren hauptsächlich Stifte und Bastelsachen. Und Hoarschpängerle. Außerdem Obst und eine Tafel Kinderschokolade.

    Unser erstes Wort in der Lesefibel war "Uli". Das war der Fehlerteufel…

  2. mandarinenfalter schreibt:

    Ja, der Fehlerteufel. bei uns gab es dann noch den Quiesel (oder so ähnlich). So eine blaue Handpuppe. Und der Fehlerteufel wurde vor einer Arbeit immer in den Schrank gesperrt. Armer Fehlerteufel… Die Kniestrümpfe hatten wir (glaube ich) alle. Und meine Tüte war auch rosa. Passend zum rosa Schulranzen 😉

  3. AN schreibt:

    Jetzt weiß ich das auch. Ich dachte immer, der erste Schultag ist bei allen ein großes Familienfest gewesen. Bei mir war er das nämlich 🙂

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