23 Monate Hasenmädchen

Liebstes Hasenmädchen,

es ist unfassbar, dass du in genau einem Monat schon ZWEI Jahre bei uns sein wirst. So richtig „Baby“ bist du schon länger nicht mehr, auch wenn du durch deine schnuffelig-zarte Körpergröße noch immer ein bisschen so aussiehst. Tja, zwei Jahre also bald. Kleinkind. Wird dann wohl so sein. Ich überlege gerade, was du überhaupt noch an babyhaften Eigenschaften hast? Außer dem Schnuller („Nuller“) und deiner Vorliebe, von Mama getragen zu werden (natürlich nur, wenn DU das willst, niemals auf viel befahrenen Supermarktparkplätzen oder so), fällt mir spontan nix ein. Du läufst, rennst, isst wie ein Weltmeister und sprichst in vollständigen Sätzen und fast immer sehr deutlich und verständlich.IMG_7377

Nach wie vor sind wir über deinen Humor, deine „deckige“ Lache und deine heisere und tiefe Stimme total begeistert. Du bist laut und fröhlich und chaotisch und hast noch immer deinen eigenen Kopf. Kompromissbereitschaft ist nicht gerade deins. Entweder du willst. Oder nicht. Da ist nicht viel dazwischen. Am allerallerliebsten machst du „Quatsch“ mit deinem großen Bruder, wenn ihr zusammen albern seid, dann ist das zwar oft SEHR laut, aber auch sehr lustig. Dein Papa und ich, wir schauen uns dann oft an und können es nicht fassen, was wir für zwei tolle Kinder haben.

Motorisch warst du ja, zumindest beim Laufen, eher eine Spätstarterin, aber das klappt nun alles ganz prima. Du kletterst, rennst und balancierst. Am liebsten, natürlich, „alleine“. Dein Bruder hat im Kinderturnen meine Hand ungefähr mit 3 das erste Mal freiwillig losgelassen. Du magst dich jetzt nur noch selten festhalten. Und das drückt in einem Satz eure Unterschiedlichkeit aus. Das finde ich höchst spannend, aber in deinem Fall auch höchst anstrengend. Wir sind es nicht gewohnt, dass ein Kind einfach weg rennt, wenn man es bittet, stehen zu bleiben. Meine Nerven, sag ich da nur…

Essenstechnisch bist du zwar einerseits total unkompliziert und verdrückst, wenn es dir schmeckt, abartige Mengen. Andererseits ist gerade das vespern echt anstrengend. Du siehst nämlich null ein, dass du auch Brot essen sollst, wenn es doch KÄSE und SCHINKEN gibt, die so viel besser schmecken… Es wird langsam besser, aber das ist nicht meine liebste Mahlzeit des Tages.

In die Krippe gehst du mit großer Freude, bist dort genauso fröhlich, wie daheim und magst all deine Erzieherinnen richtig gerne. Ich bin jeden Tag dankbar, dass wir erneut (und ich war ja so traurig, dass du nicht in die gleiche Einrichtung gehen kannst, wie Bigfoot) eine so tolle Betreuung gefunden haben. Ganz anders, in so ziemlich jeder Hinsicht, aber genauso toll und liebevoll. Nur das mit dem Schlafen. Tja, was soll ich sagen: abends einschlafen ist eine mittlere Katastrophe und wir freuen uns jetzt schon auf den Tag, an dem du mittags nicht mehr schläfst. Noch scheint der sehr weit weg zu sein, aber ich bin zuversichtlich, dass er kommt…

Was bleibt nun noch? Ach ja, die Sprache. Das läuft, würde ich sagen. Du bildest Sätze, dein Wortschatz ist unendlich groß und du sprichst darüber hinaus sehr deutlich. Lieblingssatz ist nach wie vor „ich möchte haben….“. Ein „nein“ von uns wird dann kommentiert mit „oder vielleicht…?“

Typische Konversation: „Was magst du essen, Maus?“ „Ich möchte haben…. Mango“. „Wir haben leider keine Mango. Magst du Banane?“ „Nein. Oder vielleicht Schokolade? Oder Bärchen?“. Das Ganze mit verschmitztem Grinsen und schief gelegtem Kopf vorgetragen. Gerne noch dann mit der Ergänzung: „aber die Oma vielleicht?“, wenn es von uns weder Schokolade noch Gummibärchen gibt. Du weißt halt genau, wo es so was gibt 😉 Das schrille Gekreische kannst du dir gerne wieder abgewöhnen (bevorzugt beim Zähneputzen oder Waschen), das macht recht wenig Freude.

Aber so im Großen und Ganzen: doch, ja, wir sind glücklich. Mit dir und über dich. Seit fast zwei Jahren. Bleib wie du bist!

Deine Mama

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